Heiner Hitz verhandelt mit dem „Königsboten“ über den Wert der weissen Mondseide.
Von Zaubergärten und Schicksalsfrauen

Zur 10. Erzählnacht lud die Bibliothek Hedingen am letzten Freitag als „Jubiläumszückerli“ den Basler Geschichtenerzähler Heiner Hitz mit seinem „Erzähltheater Salaam“ ins Chilehuus ein. Kinder und Erwachsene lauschten gebannt seinen Märchen aus Rumänien und Persien.

In rund 500 Schweizer Gemeinden startete gleichzeitig die Erzählnacht unter dem Veranstaltungsmotto „Was für ein Fest!“. Stockdunkel war es im Hedinger Chilehuus-Saal, als ein schwarzer Schatten auf leisen Babusch-Sohlen auf die Bühne huschte. Langsam tauchte die kleine Bühne in rötliches Licht, als ob der Morgen dämmerte, und der Erzähler begann vor einem nachtschwarzen Vorhang vom pechschwarzen Schicksal der kleinen Carolina zu erzählen, die ihr Leben selber in die Hand nahm, um etwas zu ändern. Im zweiten Märchen, im „Zaubergarten“, ging es um das Redliche, das Sich-treu-Bleiben und um das reine Herz mit der guten Absicht, das einem den Verbleib im märchenhaft schönen Garten sichert.  

Heiner Hitz weiss, wie eine spannende Geschichte beim Publikum ankommt. Seiner samtigweichen und ruhigen Stimme, die aber auch unerwartet laut werden kann, möchte man endlos zuhören, wenn er in seinem sympathischen Baslerdialekt loslegt. Nicht nur die Erwachsenen, auch die  quecksilbrige Unterstufen-Schar lauschte gebannt zu.
Der gelernte Schauspieler und Kindergärtner erzählt seit gut 20 Jahren Geschichten aus europäischen und orientalischen Kulturen in seinem Erzähltheater. Er sammelt dabei vorwiegend Volksmärchen, die selten gehört werden. Oft stammen sie aus Büchern, die vergriffen sind. Mit seinem Erzähltheater „Salaam“ möchte er Kinder wie auch Erwachsene ansprechen.  Letztere vor allem auch mit einem neu lancierten Geschichten-Programm, das erotische Volkserzählungen aus aller Welt aufgreift. Dabei wird ihn Jacqueline Schlegel als Bühnenpartnerin unterstützen und musikalisch untermauern. (www.salaam.ch).


Silvia Berger